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RHD |
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Rabbit haemorrhagic desease (RHD)
Rabbit infectious necrotic hepatitis, Viral haemorrhagic disease Virus: Calicivirus
Herkunft
1984 kamen erste Berichte aus China über eine vorher unbekannte Kaninchenseuche: die hämorrhagische Krankheit des Kaninchens. Nach drei Jahren war sie über Osteropa in Deutschland angekommen.
Als Erregerreservoir kommen unauffällig erkrankte oder wieder genesene Wild- und Hauskaninchen in Betracht. Die Möglichkeiten der Übertragung durch Stechfliegen und Flöhe, Belecken und Beschnuppern, indirekte Übertragung über Menschen, Gegenstände, Käfige, Futtergefäße, Einstreu und über die Luft.
GESCHICHTE DER RHD1984 trat die Erkrankung erstmals in China auf, Chinesische Forscher und Wissenschaftler brachten sie in Zusammenhang mit den Angorakaninchen aus Deutschland, kurz darauf beobachtete man die RHD auch in Korea. 1986 in Italien und Südeuropa
1987 Russland und der ehemaligen CSSR
1988 in Deutschland und weiten Teilen Europas - am 24.09.1988 gab es den ersten Fall in der ehemaligen DDR
1992 in England
ÜBERTRAGUNG DER RHDdurch blutsaugende Insekten, Stechmücken, Stechfliegen, Kaninchenflöhe, Milben, Zecken und Läuse aerogene Übertragung - Tröpfcheninfektion über die Luft
Kontaktinfektionen durch verseuchtes (kontaminiertes) Grünfutter/Futter. Sammeln Sie kein Grünfutter aus Gebieten in welchen sich Wildkaninchen aufhalten, zäunen Sie Ihre Nutzgärten und Gehege kaninchensicher ein, lagern sie ihr Futter sicher vor Kaninchen und Schadnager ein
durch Fliegen - sie können den RHD-Virus übertragen nachdem sie sich auf einem an RHD erkrankten oder bereits verstorbenen Kaninchen aufgehalten haben, bzw. an deren Ausscheidungen
durch Kontakt vom kranken zum gesunden Tier - vom Wildkaninchen zum Haus- bzw. Stallkaninchen in einer Aussenstallanlage oder am Freigehe. Übertragungsmöglichkeit sind auch während einer Ausstellung, oder auch beim gemeinschaftlichen Auslauf zweier oder mehrer fremder Kaninchen gegeben
durch den Menschen beim und nach dem Umgang mit erkrankten Tieren, ebenso durch Arbeitsgeräte (Reinigungsgegenstände), Stallzubehör (Futtertröge), und Stallkleidung wie z.B. Arbeitskittel.
Der RHD-Virus ist langlebig - bis zu 7 Monaten
Wer ist der Erreger der RHD und welche wichtigen Eigenschaften hat er? Die RHD wird durch ein Calicivirus. welches eine Größe von 28 bis 40 nm aufweist. verursacht. Für die Seuchenentwicklung bzw. die Verbreitung des Erregers ist seine hohe Uberlebensfähigkeit in der freien Natur von großer Bedeutung. Unter günstigen Bedingungen kann das RHD-Virus 225 Tage bei 4 °C und selbst bei 60 °C mehr als 2 Tage lang infektiös bleiben. In experientellen Untersuchungen behielt das Virus seine Infektionsfähigkeit in getrocknetem Material bei Raumtemperatur (= 20 °C) dreieinhalb Monate und selbst bei 80 °C mehr als 2 Tage lang. Auch bei einem pH-Wert von 3.0 wurde der Erreger nicht inaktiviert. Selbst eine 1 °ige Formlinlösung führte erst nach 16 Stunden zur Inaktivierung. Neben den Haus- und Wildkaninchen kann auch der Hase an RHD erkranken. Andere Tiere. einschließlich Kleinnager. sind gegenüber dem Erreger der RHD unempfänglich.
Wie erfolgt die Übertragung des RHD-Virus? Die Ansteckung mit dem RHD-Erreger erfolgt durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier oder indirekt über lebende (z. B. Menschen. Insekten oder in Ausnahmefällen auch mal andere Tiere) oder unbelebte (z. B. Gerätschaften. Transportbehältnisse. vor allem aber Futter. Einstreu u. a.) Zwischenträger. Besonders gefährdet sind dabei Kaninchen. die mit Grünfutter. zu dem RHD-kranke Wildkaninchen Kontakt hatten. versorgt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Tiere die die RHD überlebt haben. noch 2 bis 4 Wochen mit Ihren Exkrementen Virus ausscheiden können. Bedenkt man dazu die lange Überlebensfähigkeit des Virus. insbesondere bei kühlen Temperaturen. wird das hohe Infektionsrisiko in solchen Gebieten deutlich .Dieses Phänomen ist neben den im allgemeinen größeren Tierzahlein den Beständen und dem lnsektenflug hauptsächlich dafür veranwortlich. daß die RHD vornehmlich während der Vegetationsperiode auftritt und ab Spätherbst an Bedeutung verliert. Kaninchen in einem Alter von weniger als 4 Wochen erkranken nicht. Tiere im Alter von 4 bis 6 Wochen selten an RHD. Werden Jungtiere. die bereits infiziert aber noch nicht erkrankt sind, in andere Bestance umgesetzt. so kann in diesen nach wenigen Tagen die RHD ausbrechen.
Wie erkennen wir die Krankheit
Dyspnoe (Atemnot), Hämaturie (Blutharn), Blaufärbungen und Blutungen an den sichtbaren Schleimhäuten. Des Weiteren können zentralnervöse Symptome in Form von Krämpfen oder Paralysen, Ataxien so wie extrem nach hinten gerichtete Körperbeugung infolge Kontraktion der gesamten Körpermuskulatur, auftreten.
Die Erkrankung führt in der Regel innerhalb von 1-2 Tagen zum Tode. Die Tiere liegen meist plötzlich tot im Stall.
Bei machen ist ein Ausfluss aus dem Mund zu beobachten
Vorbeugende Maßnahmen
Die Durchführung von vorbeugenden Impfungen ist die Methode der Wahl. In gefährdeten Gebieten sollen die Jungtiere bereits frühzeitig d.h. im Alter v. 4 bis 6 Wochen, geimpft werden. Eine Wiederholungsimpfung sollte dann nach 4 Wochen erfolgen. Eine Schutzimpfung ist ab der 6. Lebenswoche möglich. Gewährleistet einen Schutz von 9-12 Monaten, danach muss die Impfung wiederholt werden.
Die vorbeugende Impfung von Kaninchen in Gebieten ohne entsprechenden Infektionsdruck kann durch eine Erstimpfung in der 8. bis 12. Lebenswoche und regelmäßige Nachimpfungen alle 12 Monate erfolgen. Zusätzlich sollte auf Freilandfutter und Haltung in Freigehegen verzichtet werden.
Es sollte der ganze Bestand geimpft werden
Für Ausstellungstiere ist die Impfung gegen RHD in Baden Württemberg auf allen öffentlichen Ausstellungen vorgeschrieben.
Hinweis:
RHD oder auch RVHD gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten!
Beobacht man in seinem Bestand eine verdächtige Krankheit, muss ein Tierarzt aufgesucht werden,
bei einer Bestätigung der Krankheit, muss dies unverzüglich gemeldet werden.
In Ihrer Tierarztpraxis berät man Sie gerne über die Möglichkeiten, Ihr Tier vor der chinesischen Hasenseuche zu schützen.
Es wird für den Inhalt keine Gewährleistung übernommen
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